schlechtes essverhalten in den griff kriegen

ich habe meine tochter vor 6 monaten bekommen und habe seit dem zugenommen. ich habe absoluten schlafmangel seit der geburt und eine stressreiche zeit mit beziehungsproblemen liegt auch hinter mir. aktuell ziehen wir grade in ein haus und mich zerreißt's zwischen alltäglichem haushalt, kartons packen und haus putzen.

mein eigentliches problem ist mein daraus resultierendes essverhalten. ich war immer bei ca 62kilo (1,68m groß) und bin von grund auf undiszipliniert, maßlos und futterneidisch. ich geh stark davon aus, dass ich da von meinem vater geprägt bin, der dieses verhalten auch zeigt. als kind wurde ich teils von der eigenen familie mit meiner moppeligkeit gemobbt. als jugendliche fing ich an zu rauchen und hatte auch mal sehr schlanke zeiten mit 56 kilo.

ich war bei weitem nicht dick mit 62 kilo, sondern für mich idealgewichtig. aber mein eigentliches problem, wie komm ich faules verfressenes ding da wieder hin? ich hab mein essverhalten nicht im griff und es ekelt mich vor mir selbst :-( ich habe den ganzen tag uneingeschränkt zugriff auf essen und das tut mir nicht gut! mein ganzes denken dreht sich nur noch darum und zu spaziergängen kann ich mich nur motivieren, wenn der weg beim bäcker vorbeigeht. mittlerweile empfinde ich es als krankhaft so vom essen gesteuert zu werden....man muss sich doch umprogrammieren können und verhaltensstrukturen brechen, aber wie kann man das schaffen??
traugige grüße

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Ich habe dazu schon mal was geschrieben und kopiere es jetzt mal hierher:

Ich habe selbst 10 Kilo abgenommen, von 68 KG auf 58 Kg bei einer Größe von 163cm und halte das Gewicht erfolgreich. Ich kann dir nur raten, dich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen und nicht zu sehr zu hungern. Sei nicht zu streng zu dir!

Am besten ist es, sich zuerst einmal an feste Mahlzeiten zu gewöhnen und zu versuchen, nicht mehr außerhalb der Mahlzeiten zu Essen. Dabei hilft, ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Essen und Kochen einzuplanen (am Tag vorher überlegen, was man essen möchte und entsprechend einkaufen usw.) und den Zeitpunkt der Mahlzeiten so zu wählen, dass sie in den Tagesablauf passen und du NICHT hungern musst. Dann kann man sich bei jeder Versuchung gelassen sagen: Ach, das Stück Schoki/Kuchen kann ich jetzt auch weglassen, gibt ja sowieso bald wieder Mittagessen/Abendbrot usw.

Zu den Mahlzeiten würde ich essen, was einigermaßen gesund ist UND mir schmeckt. Ich würde zunächst auch gar nicht kalorienarm essen, sondern anfangs eher normal, bis das regelmäßige Essen zur Gewohnheit geworden ist und es sich normal anfühlt, nicht mehr außerhalb der Mahlzeiten zu essen.

Beides gleichzeitig ändern zu wollen (nur noch zu den Mahlzeiten essen UND auch noch kalorienarm), ist meistens eine Überforderung und dann schmeißt man alles hin. Wenn man es geschafft hat, wirklich regelmäßig zu essen und nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit Essen in sich reinzustopfen (ging mir sehr oft so) kann man anfangen, an den Mahlzeiten selbst zu arbeiten und sie langsam gesünder zu gestalten.

Es hilft auch, nicht von heute auf Morgen alles anders machen zu wollen, sondern an bestehende Gewohnheiten anzuknüpfen und Schritt für Schritt Kleinigkeiten zu verändern. Wenn du Pizza magst, dann solltest du ruhig ab und zu eine Essen, aber vielleicht eher die vegetarische Variante. Wenn du Nudeln magst, dann koch ruhig welche, am besten mit Gemüse dazu und nicht unbedingt mit Käsesahnesoße. Zwing dich nicht dazu, jeden Tag das Gleiche zu essen oder Dinge, die du gar nicht magst! Das kann man auf Dauer auch nicht durchhalten und ist dann nur frustriert.

Wenn du einen Diäthänger hast oder doch im Supermarkt an der Schoki nicht vorbeigekommen bist, hilft das Mantra: Alte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Morgen ist ein neuer Tag, dann versuche ich es einfach weiter!

Mein Fazit: Verhaltensmuster und Gewohnheiten lassen sich ändern. Um an diesem Vorhaben nicht zu scheitern ist aber das Gefühl ganz wichtig, Ziele erreichen zu können und nicht überfordert zu sein. Das passiert leicht, wenn man zu schnell zu viel von sich verlangt (zum Beispiel von heute auf Morgen auf Kohlehydrate verzichten möchte, abends vor dem Fernseher auf die Chips verzichten, zum Mittagessen nur noch Salat essen und nur noch Wasser trinken möchte).

Das ist sicherlich gesund, vom Status Quo der Ernährungsgewohnheiten eines Übergewichtigen aber so weit entfernt, dass es einer Radikalumwandlung gleicht, sein Essverhalten plötzlich derart ändern zu wollen.

Fang klein an und setz dir erreichbare Ziele, dann schaffst du es bestimmt!

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du hast sowas von recht!

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Kann gut nachempfinden wie es dir geht. Ich bin 164cm groß und bin von 57kg vor der letzten ss auf 67kg gestiegen. Mitschuld soll die spritze sein (meint der fa). Auf jeden fall mache ich grad seit 3 wochen eine low-carb-diät. Mit mäßigem erfolg. Es sind erst 2 kilo runter, aber meine verdauung ist wesentlich besser und ich schwitze nicht mehr so viel.

So. Am anfang (die ersten 3-4 tage) war es sehr hart, auf zucker, brot, nudeln, kartoffeln... Zu verzichten. Fast wie ein kalter entzug. Aber mit einem ernährungstagebuch wurde es besser. Es fördert den ehrgeiz. Und wenn du, viel brokkoli, salat (am besten mit essig/öldressing statt sahne) gerell gemüse und mageres fleisch (pute) isst und dann vergleichst, wie viel du davon verputzen kannst und trotzdem unter 2000ckal bleibst, wirst du dich wundern. Die 2000 hatte ich vorher mit z.b. 1mars, 2käsebrötchen, ein normalem mittagessen schon und ich war annähernd nicht satt...
Und nach diesem entzug hast du weniger hunger. Da meine große mittwoch geburtstag hatte, gab es viel süßes und kuchen. Natürlich habe ich auch ein stück gegessen umd nur gedacht, dass es einfach nur nach zucker schmeckt. Nicht besonders appetitlich.
Wünsche dir viel erfolg

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ganz werd ich nicht drauf verzichten können, aber das ist ein guter ansatz für mich! danke dir

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Hallo Hase2087,

auch wenn es gemein klingt: ich liebe deinen Beitrag, der könnte 1:1 von mir stammen. Inkl. Futterneid, keine Disziplin, prägendem Vater und Spaziergänge, die beim Bäcker oder an einer Eisdiele vorbei führen müssen. Bin irgendwie froh, dass nicht ich alleine so essgesteuert bin.

Unterschiede: Stress nicht durch Umzug sondern durch die Arbeit und meine Tochter ist einen Monat älter. Und leider wiege ich bestimmt noch einige Kilos mehr als du, mein Wunschgewicht liegt bei 68kg bei 1,74m Größe, die hatte ich aber vor der Schwangerschaft schon lange nicht mehr.

Vermute mal, dass zur Zeit der Schlafmangel das allergrößte Problem ist.

Also das Allheilmittel suche ich noch vergeblich, aber ich versuche jetzt, etwas mehr Sport zu machen. Vielleicht schiebst du dein Umprogrammierprogramm ein paar Wochen auf, bis der Umzug geschafft ist und dieser Stress nachlässt und dann versuchst du es auch mit Sport. Meiner Erfahrung nach geht dieser schreckliche Heißhunger durch Sport am besten weg. Mein Sportprogramm zur Zeit: Fahrrad fahren (habe mir einen Anhänger fürs Kind gekauft) und schwimmen - immer nur 30 Minuten, dann bin ich nicht ewig von zu Hause weg. Und vielleicht kaufe ich mir ein Mini Trampolin - dazu hatte ich hier gerade eine Frage gepostet. Bisher sehe ich noch keinen Erfolg, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wünsche dir gute Nerven und sei nicht zu streng mit dir!

LG Jiajia #blume

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Hallo Hase2087,

du erwartest ein bisschen viel von dir, nach 6 Monaten, mit einem Umzug und privatem Stress, ich denke, man kann nicht immer alle Baustellen im Leben gleichzeitig abarbeiten. Aber ich kann deinen Frust GUT verstehen, ich bin genauso. Ich habe zwar nach der Geburt meiner Kinder immer wahnsinnig schnell abgenommen, aber leider ging es bei mir dann nach der Stillzeit immer rapide bergauf.

Ich habe es jahrelang nicht geschafft, mein (Fr)Essverhalten in den Griff zu kriegen. Im Gegenteil! Ich habe immer mehr gegessen, je dicker ich wurde. Hinzu kam ein anstrengender Vollzeitjob, die Kinder, kleinere Alltagssorgen...und so war ich dann immer Vorbild, solange meine Kinder wach waren und habe mich auf die Chipstüten geworfen, sobald sie im Bett waren.

So kam es, dass ich letztes Jahr im Sommer mein absolutes Horrorhöchstgewicht erreicht habe. Den Ausschlag hat ein Besuch bei einer neuen Hausärztin gegeben, die mir knallhart auf den Kopf zugesagt hat: sie sind viel zu dick und ich glaube, sie schaffen es ohne einen operativen Eingriff nicht mehr, davon wegzukommen. Das hat gesessen!
Ich wusste es ja selbst, aber das von einem wildfremden Menschen zu hören, war hart.

Eine OP? Für mich? Kam nicht in Frage!! Ich habe gaaaanz langsam angefangen, weil ich selber für mich erst einmal herausfinden wollte, was der richtige Weg ist. Vom absoluten Megasportmuffel habe ich mich dann ganz langsam zum Sonntagsjogger hochgearbeitet. Und die Kilos sind nur so gepurzelt. Mittlerweile laufe ich 2-3x die Woche, so wie es die Zeit und der Terminkalender zulassen.

Ansonsten habe ich keine Low Carb, Low Food, Low irgendwas Diât gemacht, dafür esse ich zu gerne und auch mal Sachen, die "verboten" sind. Aber ich bemühe mich, von allem weniger zu essen. Nicht immer den Bauch vollschlagen, bis einem fast schon schlecht ist (das mache ich gerne mal, wenn's mir schlecht geht, dann "belohne" ich mich mit ungesundem Essen...), sondern vorher aufhören. Dann sind auch Chips drin, und Nudeln am Abend und auch mal ein Glas Wein, ohne dass es gleich wieder das Gewicht in die Höhe treibt.

Das Coole am Sport ist, dass ich danach keinen Hunger habe, so spart man einen Snack :-)

Hab Geduld mit dir, dein Baby ist noch klein. Ich weiss ja nicht, was du wiegst, aber gib dir Zeit, du willst ja das Gewicht auf Dauer verlieren und nicht Jojo spielen. Bring jetzt erst einmal den Umzug über die Bühne, und dann überlegst du dir, was du an mehr Bewegung in deinen Alltag bringen kannst. Mit nem kleinen Baby nicht immer ganz einfach. Vielleicht hast du ja Spass an flotten Spaziergängen mit dem Baby im Wagen/Tragetuch, Babyschwimmen, oder vielleicht ist jemand da, der dir ab und dann das Baby eine Stunde abnehmen kann und du gehst ins Fitness-Studio?

Und dann kannst du dich auch ruhig mal belohnen, z.B. mit einem Bällchen Eis und nicht dem riesen Eisbecher mit Sahne.

LG und du schaffst das!
fontaine

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einfach beim Einkaufen schon beginnen und keine Fettmacher kaufen oder reduzieren, das ist schwer am Anfang, aber man gewöhnt sich an alles mit der Zeit. Was ich z.B. auch gemacht habe ist, die Malzeiten zu reduzieren. Ich esse jetzt nur noch 2 Mal am Tag und egal was max nur eine Portion auch wenn es super lecker ist!

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Ich kann ja nur für mich sprechen, wenn ich sage, ich hab diese 2 wochen gebraucht, um ein normales verhältnis zum essen zurück zu gewinnen. Und gehungert habe ich ja auch nicht. Trotzdem war es schwer von jetzt auf gleich den übermäßigen zuckerkonsum zu stoppen.

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Hallo,

ich verlinke Dir mal, was ich eben geschrieben habe.

http://www.urbia.de/forum/37-koerper-fitness/4577173-abnehmen-mit-dem-buch-wunschfigur/30214572

Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch auch Dir gut weiterhelfen kann!

Alles Gute für Dich!

Liebe Grüße

Eowyn